Kampfesspiele
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Kampfesspiele® –

eine Möglichkeit der Jungen- und Männerarbeit

 

 

Jungs kommen oft über ihren Körper in Kontakt, sei es durch Anstoßen, Rempeln oder ein spezielles Begrüßungsritual. Aber Rangeln und Raufen ist eine Möglichkeit in Kontakt zu kommen, sei es mit dem Vater, den Geschwistern oder anderen Burschen.

 

Die meisten Jungs lieben diesen dynamischen kraftvollen Körperkontakt, über den Körper begegnen sie ihrer Kraft und sich selbst. Eine Methode, die dieses spezifische Bedürfnis genau trifft, sind die Kampfesspiele®. Sie gehen auf Josef Riederle vom Bildungsinstitut „Kraftprotz“ in Kiel zurück, der diese als Methode der Gewaltprävention in der Arbeit mit Jungs entwickelt hat.

 

„Der hohe Wert einer Methode entsteht erst durch die Art der Anwendung, durch die Anleitungskompetenz des Leiters, durch die Haltung den Jungs gegenüber. Deshalb ist Kampfesspiele® auch eine geschützte Wortmarke und nur Personen, die die Anleiterweiterbildung mit 72 UE absolviert haben, dürfen ihn nutzen.“ (http://www.kraftprotz.net/content/view/30/73/ .

 

Kampfesspiele® beinhaltet zwei sich scheinbar widersprechende Begriffe und ist es wert genauer betrachtet zu werden: Es geht hier einerseits um Kampf, aber nicht im Sinne von Zerstörung und Verletzen, sondern im Sinne von „sich messen“ oder „Wettstreit“, bei dem es auch darum geht zu gewinnen, vor allem aber darum, sich anzustrengen und die ganze Kraft einzusetzen.

 

Andererseits geht es um Spiel, weil es Spaß machen soll und spielerisches Lernen leichter fällt, somit nachhaltiger wirken kann und nicht „uncool“ besetzt ist. Der hohe Aufforderungs- und Aktivitätscharakter der Kampfesspiele® macht den Einstieg für Jungs oft einfacher als langes Reden und „Psycho…“.

 

Kampfesspiele® sind viele verschiedene, oft verblüffend einfache Methoden zu raufen und mit anderen die eigene Kraft zu messen. Das Wort Kampf ist wahrscheinlich dem  lateinischen `campus´ (Feld) entlehnt  und meint im Germanischen einen Zweikampf in einem abgesteckten Feld. Genau das bieten die Kampfesspiele®, die Möglichkeit in einem überschaubaren und reglementierten Feld sich mit anderen zu messen, die Kraft zu erproben, an die Grenzen und somit in Kontakt zu kommen. Die Jungen sind aufgefordert, im wörtlichen Sinne aggressiv zu sein, nämlich aktiv und initiativ an etwas heranzugehen.

 

Dabei geht es natürlich an die Grenzen, an die eigenen und an die des oder der anderen. Damit ein guter Kampf zustande kommt, braucht es neben der realistischen Einschätzung meiner eigenen Fähigkeiten und Grenzen besonders auch den Respekt und die Achtung des Mitkämpfers und seiner Grenzen und eine Haltung der Fairness.

 

Jungs wissen ganz genau, was fair und okay ist und was nicht; sie haben allerdings selten einen Rahmen, der dies gewährleistet.  Dies kann gelingen, wenn die Haltung der Fairness als Wert fokussiert wird und die Gratwanderung an der eigenen und fremden Grenzen acht- und aufmerksam beachtet und thematisiert wird.

 

Es ist die Aufgabe des Anleiters, einen ritualisierten Rahmen zu schaffen, damit das Wissen von Fairness und gutem Verhalten im Kampf auch gelebt werden kann.

 

 

Dazu gehört es auch den inneren Schiedsrichter in den Jungs zu aktivieren und ernst zu nehmen, sodass sie selbst Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen und dabei durch klare Ausmachungen unterstützt werden.

 

 

 

Ein 12 jähriger Junge brachte es nach einem Workshop auf den Punkt: "Gegeneinander kämpfen macht Angst, miteinander kämpfen macht Spaß!"